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FinanzierungAktualisiert am 22.10.20268 Min. Lesezeit

Anlagewohnung kaufen: So viel Gehalt brauchst du

„Bei meinem Gehalt gibt mir doch keine Bank einen Kredit.“ Diesen Satz höre ich in meinen Gesprächen sehr oft. Ich rechne dir an einem Beispiel durch, ab welchem Gehalt eine Anlagewohnung realistisch wird, worauf die Bank dabei schaut und wie viel Vermögen am Ende jeden Monat entsteht.

Lewin WarneckeKlinkr

Lieber schauen statt lesen? Hier ist alles als Video.

Worum es geht

Manche warten jahrelang mit dem Kauf einer Anlagewohnung, weil sie glauben, sie verdienen zu wenig. Dabei passen ihre Zahlen längst. Andere kaufen, obwohl die Rate nicht zu ihrem Leben passt. Beide schauen auf ihr Brutto, und darauf kommt es kaum an.

Am Ende dieses Artikels weißt du, wo die Grenze liegt, worauf die Bank schaut und wie viel Vermögen dabei jeden Monat entsteht.

Teil 1Was die Bank von deinem Gehalt sehen will

Die Bank macht eine Haushaltsrechnung. Sie will wissen, was dir jeden Monat übrig bleibt, wenn alle Ausgaben bezahlt sind.

Für deine Lebenshaltung setzt sie einen festen Betrag an, egal wie sparsam du wirklich lebst. Bei einem Single sind das je nach Bank rund 600 bis 800 € im Monat. Deine eigene Miete und laufende Kredite gehen komplett ab. Und von der Miete der neuen Wohnung rechnet sie oft nur rund 75 % an, der Rest ist ein Puffer für Leerstand und Kosten.

So rechnet die Bank

Haushaltsrechnung
Punkt 1Lebenshaltung
  • Fester Betrag statt deiner echten Ausgaben
  • Single: rund 600 bis 800 €
Punkt 2Fixkosten
  • Eigene Miete und Kredite zählen voll
Punkt 3Neue Miete
  • Meist nur rund 75 % angerechnet
Entscheidend ist, was im Monat übrig bleibt
Pauschalen je nach Bank. Quelle: Dr. Klein, Haushaltsrechnung, Stand 07.10.2026.

So sieht die Bank Max

Nehmen wir Max. Er ist angestellt, verdient 2.500 € netto und wohnt für 750 € warm zur Miete. Er möchte eine vermietete Wohnung für 145.000 € kaufen, die 510 € Kaltmiete bringt. Den Kaufpreis finanziert er mit 4,4 % Zins und 1,5 % Tilgung. Das ergibt eine Rate von 713 € im Monat.

Nach allen Abzügen bleiben Max rund 620 € im Monat übrig. Damit geht die Bank mit.

Rechne kurz für dich mit: Wie viel bleibt bei dir im Monat übrig, wenn Miete, Fixkosten und Lebenshaltung bezahlt sind?

So sieht die Bank Max

2.500 € netto
  • Netto von Max+ 2.500 €
  • Miete der neuen Wohnung (75 % von 510 €)+ 383 €
  • Lebenshaltung (Pauschale)− 800 €
  • Eigene Warmmiete− 750 €
  • Rate für die neue Wohnung− 713 €
  • Bleibt im Monat übrig620 €
Beispiel: 145.000 € Kredit, 4,4 % Zins, 1,5 % Tilgung. Pauschale: obere Spanne für Singles.

Ganz ohne Eigenkapital wird es schwer

Max zahlt die Kaufnebenkosten aus eigenem Geld, also Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch. Bei ihm sind das rund 10.150 €. Den Kaufpreis finanziert die Bank.

Komplett ohne Eigenkapital zu kaufen, ist heute deutlich schwieriger geworden. Das geht teilweise noch, aber die Banken prüfen dann besonders genau. Die besten Chancen hast du mit einer sehr guten Bonität, einem überdurchschnittlichen Einkommen und wenn du mindestens die Kaufnebenkosten selbst zahlst.

Wir halten fest: Die Bank schaut auf das, was nach allen Ausgaben übrig bleibt. Bei Max sind das rund 620 € im Monat. Bleibt die Frage: Was kostet ihn die Wohnung jeden Monat wirklich?

Ohne Eigenkapital braucht die Bank

Stand 2026
Bedingung 1Sehr gute Bonität
Bedingung 2Überdurchschnittliches Einkommen
Bedingung 3Nebenkosten aus eigenem Geld
  • Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch
Max zahlt die Kaufnebenkosten selbst: rund 10.150 €
Quelle: Interhyp, Baufinanzierung ohne Eigenkapital, abgerufen am 21.10.2026.

Teil 2Was dich die Wohnung im Monat kostet

Für das Finanzamt sieht Max' Wohnung ganz anders aus als für die Bank. Auf dem Papier macht sie Verlust.

Von den 6.120 € Miete im Jahr darf Max die Zinsen abziehen, die Abschreibung auf das Gebäude und die Kosten für die Verwaltung der Eigentümergemeinschaft. Die Tilgung darf er nicht abziehen, sie zählt als sein eigenes Vermögen. Auch das Geld, das in die Rücklage der Eigentümergemeinschaft fließt, zählt erst, wenn davon wirklich etwas repariert wird.

Unterm Strich bleibt ein steuerlicher Verlust von 2.903 € im Jahr. Den darf Max mit seinem Gehalt verrechnen.

Max' Wohnung für das Finanzamt

Jahr 1
  • Mieteinnahmen+ 6.120 €
  • Zinsen− 6.336 €
  • Abschreibung (AfA)− 2.327 €
  • Verwaltung der Eigentümergemeinschaft− 360 €
  • Steuerlicher Verlust im Jahr− 2.903 €
Abschreibung 2 % auf den Gebäudeanteil (75 %) inklusive Kaufnebenkosten. Rücklage erst bei Verwendung absetzbar.

Was das Finanzamt zurückzahlt

Der Verlust senkt Max' zu versteuerndes Einkommen, er zahlt weniger Lohnsteuer. Bei seinem Steuersatz von rund 29 % sind das etwa 70 € im Monat.

Wer mit der gleichen Wohnung den Spitzensteuersatz von 42 % zahlt, bekommt rund 102 € im Monat zurück. Ledige zahlen den Spitzensteuersatz 2026 ab 69.879 € zu versteuerndem Einkommen. Je mehr du verdienst, desto mehr trägt das Finanzamt also mit.

Was das Finanzamt zurückzahlt

pro Monat
MaxSteuersatz ca. 29 %
zurück im Monatrund 70 €
SpitzensteuersatzSteuersatz 42 %
zurück im Monatrund 102 €
Je höher dein Steuersatz, desto mehr zahlt das Finanzamt mit
Tarif 2026 nach § 32a EStG, ledig, ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Steuersatz von Max geschätzt.

Was Max jeden Monat dazulegt

Jetzt alles zusammen, so wie es auf Max' Konto ankommt. Vom Mieter kommen 510 €, an die Bank gehen 713 €. Dazu kommen 70 € Hausgeld, die Max nicht auf den Mieter umlegen kann, also Verwaltung und Rücklage. Und vom Finanzamt kommen 70 € zurück.

Unterm Strich legt Max jeden Monat 203 € dazu. Bei 2.500 € netto sind das rund 8 % seines Einkommens.

Wir halten fest: Nach Miete und Steuererstattung legt Max rund 200 € im Monat dazu. Das klingt erst mal nach Kosten. Aber wie viel davon landet am Ende bei ihm?

Was Max im Monat dazulegt

Jahr 1
  • Miete vom Mieter+ 510 €
  • Rate an die Bank− 713 €
  • Hausgeld (nicht umlagefähig)− 70 €
  • Steuererstattung+ 70 €
  • Legt Max im Monat dazu203 €
Beispielrechnung ohne Leerstand und Reparaturen in der Wohnung.

Teil 3Wie viel Vermögen dabei entsteht

In Max' Rate steckt die Tilgung, im ersten Jahr im Schnitt rund 185 € im Monat. Damit zahlt er seinen Kredit ab, und dieser Teil bleibt ihm. Von seinen 203 € fließt also fast alles in seine eigene Wohnung.

Dazu kommt etwas, das in der Rechnung bisher fehlt: Die Wohnung gewinnt an Wert. Und zwar die ganze Wohnung mit 145.000 €, nicht nur der Teil, den Max selbst bezahlt. Steigt der Wert nur mit der Inflation, also um 2 % im Jahr, sind das rund 242 € im Monat.

Zusammen wächst Max' Vermögen um rund 427 € im Monat. Und die Tilgung steigt jedes Jahr weiter, weil mit jeder Rate weniger Zinsen anfallen.

Was dabei an Vermögen entsteht

Jahr 1, pro Monat
Max zahlt einnach Miete und Steuer
pro Monat203 €
Vermögen wächst umrund 427 € pro Monat
Tilgung185 €
Wertzuwachs242 €
Rund 427 € mehr Vermögen bei 203 € eigenem Geld
Annahme: Der Wohnungswert steigt um 2 % pro Jahr (Inflationsziel der EZB). Tilgung im Durchschnitt des ersten Jahres. Gerundet.

Die AntwortAb welchem Gehalt sich eine Anlagewohnung lohnt

Es gibt eine feste Grenze, unter der es fast immer schwierig wird. Aus meiner Erfahrung kann eine Anlagewohnung ab etwa 2.500 € netto aufgehen, wenn drei Dinge zusammenpassen: Die Haushaltsrechnung der Bank geht auf. Die Steuer senkt deine Zuzahlung spürbar. Und das, was du im Monat dazulegst, passt in dein Budget.

Das gilt für Singles. Für Paare und Familien liegt die Grenze beim Haushaltsnetto höher, weil die Bank für jede weitere Person mehr Lebenshaltung ansetzt.

Wann es ab 2.500 € netto aufgeht

Single-Haushalt
1Bank geht mit
  • Die Haushaltsrechnung geht auf
2Steuer hilft
  • Die Erstattung senkt deine Zuzahlung spürbar
3Budget passt
  • Was du im Monat dazulegst, passt zu dir
Passen alle drei, kann eine Anlagewohnung aufgehen
Untergrenze aus meiner Praxis. Für Paare und Familien liegt sie höher.

Und wenn du weniger verdienst?

Dann ist die Wohnung nicht automatisch vom Tisch. Es gibt drei Stellschrauben. Eine kleinere Wohnung senkt die Rate, und die Bank geht leichter mit. Mehr Eigenkapital macht den Kredit kleiner. Oder du baust erst Rücklagen auf und steigst dann mit einem sicheren Puffer ein.

FazitDie Antwort in drei Sätzen

Die Bank schaut auf das, was nach allen Ausgaben übrig bleibt, nicht auf dein Brutto.

Was du im Monat dazulegst, fließt größtenteils in dein eigenes Vermögen, und dazu kommt der Wertzuwachs der Wohnung.

Ab etwa 2.500 € netto kann es aufgehen, wenn die Zuzahlung zu dir passt.

Bleibt die Frage: Wo stehst du in dieser Rechnung, und welche Wohnung passt zu dir?

Häufige Fragen

Ab welchem Gehalt lohnt sich eine Anlagewohnung?

Aus meiner Erfahrung kann eine Anlagewohnung ab etwa 2.500 € netto im Single-Haushalt aufgehen. Voraussetzung ist, dass die Haushaltsrechnung der Bank aufgeht, die Steuer deine Zuzahlung spürbar senkt und das, was du im Monat dazulegst, in dein Budget passt. Darunter wird es fast immer schwierig.

Wie viel Gehalt brauchen Paare für eine Wohnung als Kapitalanlage?

Bei Paaren zählt das Nettoeinkommen des ganzen Haushalts. Die Bank setzt dafür aber auch mehr Lebenshaltung an, je nach Bank rund 200 bis 250 € für jede weitere Person. Die Grenze liegt beim Haushaltsnetto deshalb höher als bei Singles.

Wie rechnet die Bank bei einer Kapitalanlage?

Mit einer Haushaltsrechnung. Vom Nettoeinkommen zieht sie eine Pauschale für die Lebenshaltung, deine eigene Miete, laufende Kredite und die neue Rate ab. Die Miete der neuen Wohnung rechnet sie dazu, meist aber nur zu einem Teil. Entscheidend ist, was am Ende im Monat übrig bleibt.

Wie viel von der Miete rechnet die Bank an?

Meist nicht die volle Kaltmiete. Je nach Bank sind es rund 60 bis 80 %, oft rund 75 %. Der Rest dient als Puffer für Leerstand und Kosten, die du nicht auf den Mieter umlegen kannst.

Kann ich eine Anlagewohnung ganz ohne Eigenkapital kaufen?

Teilweise ja, aber es ist deutlich schwieriger geworden. Banken prüfen dann besonders genau. Die besten Chancen hast du mit einer sehr guten Bonität, einem überdurchschnittlichen Einkommen und wenn du mindestens die Kaufnebenkosten aus eigenem Geld zahlst.

Wie viel Steuern spare ich mit einer vermieteten Wohnung?

Das hängt vom steuerlichen Verlust der Wohnung und von deinem Steuersatz ab. Zinsen, Abschreibung und Verwaltungskosten senken dein zu versteuerndes Einkommen, die Tilgung nicht. Im Beispiel sind es bei rund 29 % Steuersatz etwa 70 € im Monat, beim Spitzensteuersatz von 42 % rund 102 €.

Ist das Hausgeld steuerlich absetzbar?

Zum Teil. Den umlagefähigen Teil, etwa Wasser, Müll oder Hausmeister, zahlt dein Mieter über die Nebenkosten. Die Verwaltergebühr der Eigentümergemeinschaft setzt du direkt ab. Die Zahlungen in die Erhaltungsrücklage zählen erst, wenn die Gemeinschaft das Geld für eine Reparatur ausgibt.

Wie hoch darf die Rate für eine Anlagewohnung sein?

Eine feste Grenze gibt es nicht, die Bank entscheidet über ihre Haushaltsrechnung. Als Richtwert für die eigene Planung empfiehlt etwa Dr. Klein, höchstens 35 % des Nettohaushaltseinkommens für Kreditraten einzuplanen. Bei einer Anlagewohnung trägt die Miete einen großen Teil der Rate.

Quellen und Annahmen
  • Haushaltsrechnung: Lebenshaltungspauschale für einen Single rund 600 bis 800 €, für jede weitere Person 200 bis 250 € (Dr. Klein, Haushaltsrechnung, Stand 07.10.2026). Im Beispiel 800 €.
  • Mietansatz der Bank: 75 % der Kaltmiete als Annahme. Je nach Bank sind rund 60 bis 80 % üblich.
  • Finanzierung ohne Eigenkapital: Interhyp, Baufinanzierung ohne Eigenkapital, abgerufen am 21.10.2026.
  • Beispielwohnung: Kaufpreis 145.000 €, Kaltmiete 510 €, nicht umlagefähiges Hausgeld 70 € im Monat (30 € Verwaltung, 40 € Rücklage).
  • Finanzierung: 145.000 € Kredit, 4,4 % Sollzins, 1,5 % anfängliche Tilgung, Rate 713 € im Monat. Top-Zinsen laut Dr. Klein zwischen 4,16 und 4,71 % effektiv (Stand 09.10.2026).
  • Kaufnebenkosten: rund 7 % (5 % Grunderwerbsteuer, rund 2 % Notar und Grundbuch) = 10.150 €.
  • Abschreibung: 2 % auf den Gebäudeanteil von 75 % aus Kaufpreis und Kaufnebenkosten (§ 7 Abs. 4 EStG) = 2.327 € im Jahr.
  • Einkommensteuer: Tarif 2026 nach § 32a EStG, Grundfreibetrag 12.348 €, Spitzensteuersatz 42 % ab 69.879 € (Ledige). Grenzsteuersatz von Max geschätzt rund 29 %, ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.
  • Wertzuwachs: Annahme 2 % pro Jahr (Inflationsziel der EZB), keine Prognose. Alle Zahlen für das erste Jahr, gerundet.

Welche Wohnung passt zu deinem Gehalt?

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir, was zu deiner Situation passt: zu deinem Einkommen, deinem Eigenkapital und deinen Zielen. Du bekommst Zugriff auf Wohnungen, die nicht öffentlich angeboten werden, und Suche, Prüfung und Abwicklung werden dir abgenommen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.